Warum ich keine klassischen Gruppenkurse anbiete
Es gibt einen ganz einfachen Grund, warum ich auf Gruppenkurse verzichte: Hundetraining ist keine „One-Size-fits-all“-Lösung. Besonders bei Welpen und jungen Hunden ist es entscheidend, dass jedes Training auf den individuellen Hund abgestimmt ist. Und hier kommt die Problematik bei Gruppenkursen ins Spiel.
In einer Gruppe können Hunde oft nicht richtig lernen, wie sie sich in einer gesunden und entspannten Weise mit anderen Hunden verhalten. Sie sind häufig überfordert, wenn die Hunde um sie herumlaufen, sich überrennen oder wild durcheinander spielen. Der Stresslevel steigt, Frust und Unsicherheit machen sich breit – und das kann langfristig zu Problemen führen, da es immer mit dem Kontext «fremde Hunde» verknüpft wird.
Häufig entstehen auch Situationen, in denen Hunde, die gleichaltrig sind, anfangen, sich untereinander zu „mobben“. Das ist in der Hundewelt genauso wie bei uns Menschen, etwa in der Schule oder im sozialen Umfeld. Wenn zu viele junge Hunde aufeinandertreffen, können sie sich in ihrem Verhalten gegenseitig unsicher machen und das „soziale Mobbing“ beginnt. Diese Art der Interaktion kann den Welpen emotional stressen und unsichere Verhaltensweisen verstärken.
In vielen Gruppen sieht es so aus: Die Hunde werden an der Leine gehalten und dürfen nicht zu den anderen Hunden hin während sie keine alternative Beschäftigung erhalten oder sie werden alle abgeleint und rennen dann wild durcheinander oder sie werden zwar abgeleint jedoch durch Strafen davon gehindert die Nähe ihres Menschen zu verlassen oder oder oder… Das ist oft sehr frustrierend und überfordernd, vor allem für junge Hunde, die neugierig sind und sozial lernen wollen. Doch wenn dieser natürliche Drang nach sozialer Interaktion mit Druck oder Strafe unterdrückt wird, kann das die Kommunikation und das Vertrauen zwischen dir und deinem Hund stark beeinträchtigen.
Ich finde, dass gerade in den ersten Monaten viel wichtigere Dinge zu lernen sind, als die Klassiker „Sitz“, „Platz“ oder „Fuß“. Ein Hund muss in dieser Zeit verstehen, wie er sich selbst regulieren kann, wie er mit verschiedenen Reizen umgeht und wie er eine sichere Bindung zu dir aufbaut. Diese wichtigen Grundlagen können in einer Gruppe schnell zu kurz kommen.
Wenn du also ein/e Welpenbesitzer*in bist, melde dich gerne bei mir! In einem Einzeltraining gehe ich ganz individuell auf dich und deinen Hund ein, sodass ihr in Ruhe miteinander lernen und wachsen könnt. Falls sich zwei Welpenbesitzer*innen zur gleichen Zeit melden, können wir ein wunderbares, maßgeschneidertes Training zwischen euch beiden gestalten, bei dem die Hunde in einem kontrollierten Rahmen miteinander sozial interagieren können.
Für Hundebesitzende, die einen neuen Hund zu sich holen, ist es ebenfalls sehr wertvoll, dem Hund frühzeitig den Kontakt mit erwachsenen Hunden zu ermöglichen. Junge Hunde brauchen stabile Vorbilder, die ihnen helfen, die richtige Kommunikation und Selbstregulation zu lernen. Ein älterer Hund kann hier als Mentor fungieren und dem jungen Hund ein Gefühl für Ruhe und Souveränität vermitteln. Ähnlich wie bei uns Menschen, in der Schule oder später im Leben, braucht es oft die Erfahrung und Weisheit der älteren Generation, um wirklich zu wachsen.
Ich bin überzeugt, dass wir Hunde in einer Atmosphäre begleiten sollten, die ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht – ohne Druck, ohne Hektik und ohne Überforderung. Und das geht nur, wenn wir uns Zeit nehmen, den individuellen Weg deines Hundes zu gehen.